Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Therapie

"Es sind die ohne Schuhe, die jeden Weg mit uns gehen.
 Es sind die ohne Geld, die uns all das geben, was unbezahlbar ist."

Sylvia Raßoff                  

Die tiergestützte Therapie umfasst alle pädagogischen, psychologischen und sozialintegrativen Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung, welche durch einen Tiereinsatz zu einer positiven Förderung führen. In der tiergestützten Therapie steht die ganzheitliche Entwicklung und Förderung des Menschen mit dem Tier im Vordergrund.

Basis der tiergestützten Therapie ist die Beziehungsarbeit: die tiergestützte Therapie beinhaltet Methoden bei denen Klienten mit Tieren interagieren, über Tiere kommunizieren oder für Tiere tätig sind, dabei entwickeln sich tiefgreifende Prozesse, die eine Weiterentwicklung des Menschen möglich machen.

Als Pädagogin arbeite ich therapeutisch mit dem Tier (Co-Therapeuten) und verstehe mich als Wegbegleiter in der Entwicklung des Menschen. Jeder Mensch wird auf seinem jeweiligen Entwicklungsstand abgeholt und wird in seiner individuellen Entwicklungskonstanz/Rhythmus gestärkt und motiviert.


Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Einsatz tiergestützter Pädagogik in Form von individueller Förderung einzelner Kinder und Jugendlicher. Gerade bei Kindern ist eine emotionale Verbindung zu Tieren oft stark ausgeprägt, wodurch Tiere helfen können Interesse zu wecken, um eine erfolgreiche pädagogische Arbeit zu ermöglichen.

Dem liegt die Erfahrung zugrunde, dass Tiere für viele Kinder und Jugendliche wirksame Helfer zu mehr persönlicher Ausgeglichenheit und  Zufriedenheit sein können. Tiere können Kindern zu einer besseren Selbstwahrnehmung und  stärkeren Empathie verhelfen. Ihnen zudem neue Wege für soziales Lernen und Verantwortungsübernahme eröffnen. Der oftmals natürliche emotionale Zugang und die Interaktion von Kindern und dem Tier vermitteln Sicherheit, Wärme und Geborgenheit.

Die Kinder lernen gleichermaßen die nonverbalen Signale des Tieres zu verstehen und sich selbst dem Tier gegenüber sowohl verbal als auch nonverbal zu äußern. Wenn sie merken, wie das Tier auf ihre Anforderungen und Emotionen reagiert und wenn sie andererseits auch merken, dass sie gut auf die Signale des Tieres achten müssen, um mit ihm in Einklang zu kommen und zu bleiben, wird dadurch ihr Vertrauen  in ihre eigene Kraft gestärkt. Duch den Dialog mit dem Tier erfährt das Kind vom Tier: Ich bin wichtig! Ich kann etwas! Ich werde gebraucht! Das ist ein wichtiger Prozess für die Entwicklung seines Selbstwertgefühls.

Kinder und Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen, indem sie sich um das Wohlbefinden der Tiere kümmern. Die Tiere können den Kindern Trost spenden und sie motivieren Ziele zu erreichen. Nicht zuletzt können sie die Förderung von kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen unterstützen und ihnen den Zugang zu deren Gefühlswelt erleichtern.
Selbst in der Arbeit mit Wachkomapatienten zeigen sich viele positive Entwicklungen des Menschen.

Ich setze in meiner Arbeit meine Hunde, Pferde und Hühner ein.

Gerade für Kinder mit starken Verunsicherungen und Verletzungen in ihrem Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und ihrer Fähigkeit zur Selbstwirksamkeit, sind diese tiefgreifend wirksam.

Dadurch und durch viele gemeinsame Erlebnisse wird das Tier zu einem Spiegel für die innere Befindlichkeit des Kindes. Ängste vor Unbekannten werden abgebaut und authentisches Verhalten wird aufgebaut. Das Tier kann so zum Zuhörer, zum Spielpartner, zum wärmegebenden Tröster und auch zum Gegenüber werden, der die Sorge, Hilfsbereitschaft und Verantwortung des Kindes braucht. Nicht zuletzt vermittelt ein Tier sehr deutlich die notwendige Ausgewogenheit von Nähe und Distanz, die es selbst in manchen Situationen benötigt.


Diese und weitere Aspekte sind wesentliche pädagogischen Ziele meiner Arbeit:

   

  • Aufbau und Stabilisierung von Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Empathie und Selbstwirksamkeit.

  • Verbesserung der Motorik (durch die dreidimensionale Schwingung des Pferderückens wird   der Rumpf, der Gleichgewichtssinn sowie die Halte- und Stützfunktionen und damit die Grobmotorik angenehm gekräftigt. Schließlich führt das Reiten zu einer Normalisierung der Muskelspannung oder beim Putzen des Pferdes wird die Armmotorik geschult, sowie beim Herausnehmens eines Leckerlis aus dem Futterbeutel wird der Pinzettengriff praktiziert und gefördert)

  • Einschätzung der Selbst- und Fremdwahrnehmung

  • Kinder lernen mit Ängsten umzugehen

  • Vertrauen aufzubauen

  • ausgewogene Einschätzung ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entwickeln